Sind Schnecken im Garten auch gute Tiere?

Gerade habe ich zwei Artikel auf experto.de zu Nacktschnecken im Garten veröffentlicht. Die feisten braunen Biester, die jeden Gärtner in Wallung bringen. Wozu sind Schnecken gut? Gibt es einen Grund ihnen nicht mit Bierfallen, Schere und Schneckenkorn zu begegnen? Jedes Jahr wundere ich mich aufs Neue über den Killerinstinkt, den Schnecken im Garten bei mir auslösen. Und da bin ich auf das wunderbare Buch von Elisabeth Tova Bailey gestoßen:

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen

erschienen im Verlag Nagel & Kimche

Auf leise, gemächliche und höchst eindrucksvolle Art widmet sich die Autorin den kleinen Gehäuseschnecken. Dabei lässt sie den Leser entdecken: Schnecken sind faszinierend, spannend und für unser Ökosystem wertvoll. In ihnen lässt sich die Vielfalt des gesamten Lebens finden. Sie sind so spannend, dass sie der Protagonistin über viele Jahre einer schweren Krankheit helfen. Nachdruck verleiht die Tatsache, dass der Roman auf einer wahren Begebenheit basiert.

Durch eine Krankheit wird die Protagonistin aus dem schnellen und vollem Leben gerissen. Ans Bett gebunden, fast der Bewegungslosigkeit ausgesetzt, rettet eine ganz normale kleine Gehäuseschnecke ihren Lebensmut.

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Tauwetter


autofahren bei Tauwetter
Matsch und Tauwetter

Tauwetter ist grauschwarz, suppt und sifft.

Ich mag eigentlich kein Tauwetter. Es ist Mittelmaß. Nicht heiß nicht kalt. Nicht fest nicht flüssig. Pippi Langstrumpf ohne Sommersprossen und Pferd. Wie das Wort „eigentlich“. „Eigentlich“ macht jede Tatsache relativ. Das Wort gehört zu den Füllwortern, Füllwörter sollte man streichen. Darum schreibe ich nicht über Tauwetter, kein Wort. Wie soll man über das Dazwischen auch schreiben? Eben, wenn man das „eigentlich“ weglässt, muss man es direkt aussprechen: Tauwetter ist für sich allein betrachtet doof.

Bei Tauwetter rauscht das geschmolzene Wasser. Die Flüsse steigen über die Ufer, überschwemmen, füllen Keller. Das Wasser nimmt Geröll mit, Schmutz und Dreck. Es fließt aus allen Richtungen, von oben nach unten. Zurück bleiben graue, matschige mit Erde vermischte Schneereste. Tauwetter nimmt Dreck mit, hinterlässt Dreck.

Es gibt Länder, in denen kommt der Frühling fast über Nacht. In Moskau zum Beispiel mutet es wie ein Wunder an, wenn binnen weniger Tage die schwarzen Flächen neben den Straßen grün werden. Nach dem Winter besiedelt grün all den grauschwarzen Ruß.

Tauwetter leitet ein Wunder ein.

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